Chronik

Gründungszeit

Im Jahre 1873 kamen, soweit bekannt, 14 Schützenfreunde zusammen und gründeten den II. Jägerzug. In dieser Zeit hatte die Gemeinde Gustorf keine Pfarrkirche, denn die alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde 1872 abgerissen. Während der Amtszeit von Pfarrer Suitbert Josef Brünner wurde unser Dom an der Erft erbaut und am 24. Juni 1876 eingeweiht. In den ersten Jahren war Johann Landen, „dä lange Pütsch “ genannt, Zugführer des II. Jägerzuges. Er stammte wie fast alle Gründungsmitglieder aus dem wohl ältesten Ortsteil, dem „Ongere Dörp „, zwischen der heutigen Erlenstraße, der Christian-Kropp-Straße und der Mittelstraße sich erstreckte. Bis auf das Foto aus dem Jahre 1885, und der Urkunde von 1898, die sich im Besitz des zweiten Jägerzuges seit 1998 befindet, liegen keine authentischen Unterlagen aus der Gründerzeit, wie beispielsweise Aufzeichnungen, Mitgliedsbücher Festveranstaltungen, Uniformen oder Fahnen vor. Im Jahre 1898 bestand, lt. Urkunde, der II. Jägerzug bereits 25 Jahre. Dieses Silberjubiläum sollte am 28. August 1898 zusammen mit dem Königsvogelschuss des Bürger-Schützenvereins gefeiert werden. Die Feierlichkeiten wurden jedoch, vom Bürgermeister Alfred Harnisch, nicht genehmigt. Viel zu früh ging der erste Abschnitt des Aufbaus und der Zusammenfindung im Schützenwesen, auch für den II. Jägerzug zu Ende. Als der Erste Weltkrieg im Jahre 1914 ausbrach, herrschte noch patriotische Begeisterung auch bei den Menschen in der Rheinprovinz. Alle sind sich einig, dass das Deutsch Reich zu Recht Krieg führe und den Sieg erringen würde. Auch wenn das Rheinland – abgesehen von vereinzelten Fliegerangriffen – von Kampfhandlungen nicht direkt betroffen war, wurde allen recht bald das grausame Ausmaß des Krieges bewusst. So musste auch der Bürger-Schützenverein Gustorf den Verlust zahlreicher Schützen beklagen.

 

Zwischen den beiden Weltkriegen

Nachdem sich die Geschehnisse des Ersten Weltkrieges etwas verdrängen ließen, kam auch das Vereinsleben in Gustorf – zuerst zaghaft – in Gang. Es galt erst wieder eine Übersicht zu gewinnen, wer von den Zugmitgliedern bereit war neu zu beginnen. Mehrere Zugfreunde, welche im Krieg den Tod fanden, hatten eine schmerzliche Lücke, nicht nur in den betroffenen Familien, sondern auch bei den Zugkameraden hinterlassen. Im Jahre 1921 wurde erstmals nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wieder das Gustorfer Schützenfest gefeiert. Bereits ein Jahr später, war die Mitgliederzahl des II. Jägerzuges so stark angewachsen, dass man es für erforderlich hielt, den Zug in zwei Gruppen aufzuteilen. Die erste Gruppe führte Hauptmann Willi Keller und der 2. Offizier war Peter Becker. Bei der zweiten Gruppe marschierten Moritz Engels und Willi Lemm voraus. Die Zweiteilung des Jägerzuges hatte nicht nur positive Seiten. Die beiden Zugführer Willi Keller und Moritz Engels sorgten aber dafür, dass die beiden Gruppen durch Kameradschaft und Brauchtumspflege auf lange Zeit immer eine Einheit blieben. Durch einen tragischen Unfall verlor der II. Jägerzug im Jahre 1933 seinen Hauptmann Willi Keller. Mehrere Mitglieder zogen sich danach mit unterschiedlichen Begründungen aus der Zuggemeinschaft zurück. So kam es 1933 zu einer Neuformierung des II. Jägerzuges. Dies geschah mit dem gleichzeitigen Eintritt von 12 Jungschützen, die unter der Führung von Moritz Engels und Willi Lemm zum Schützenfest in einer Gruppe aufmarschierten. Noch war nicht abzusehen, dass Adolf Hitler, der am 30. Januar 1933 die Macht übernahm, das Volk und die gesamte Welt in einen fürchterlichen Krieg führen würde. Gegen Ende des grausamen Zweiten Weltkrieges mit zahlreichen Toten unter den Soldaten und der Zivilbevölkerung brach das Deutsche Reich zusammen. Gustorf geriet im Frühjahr 1945 unter US- Herrschaft.

 

Neubeginn im Jahre 1946

Dieser Neubeginn war von fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, Trauer, Trümmer, Hunger und Not, aber auch von Hoffnung geprägt. Die betroffenen Familien unseres Ortes und der II. Jägerzug mussten auch diesmal wieder Ihr Privatleben neu ordnen; viel zu große Wunden hatte der Zweite Weltkrieg verursacht. Die ersten Zusammenkünfte fanden bei Jakob Keller statt. Es war eine Zusammenkunft von knapp 30 Schützenfreunden, die bereit waren, die Tradition des II. Jägerzuges fortzusetzen. Die Mitglieder des II. Jägerzuges waren auf die Festtage vorbereitet. Die wieder gefunden Holzgewehre aus der Vorkriegszeit konnten von Anfang an mitgeführt werden. Die Uniformen wurden aus mehreren Stoffen zusammengesetzt und eingefärbt. Weiße Hosen waren ebenfalls vorhanden und – daran kann man sich heute auch noch gut erinnern – mit Fußstegen versehen. So war die Teilnahme am Schützenfest im Jahre 1948 sichergestellt. Aufgrund der relativ hohen Anzahl von Aktiven, teilte sich der II. Jägerzug gleich zu Beginn in zwei Marschgruppen, wie es bereits in den Jahren 1922 bis 1933 praktiziert wurde. Die erste Gruppe marschierte unter Jakob Keller und Martin Hilgers, die zweite Gruppe unter Johann Lüttgen und Heinz Rommerskirchen. Der bis 1938 amtierende Hauptmann des II. Jägerzuges Moritz Engels wurde beim Neubeginn nach dem zweiten Weltkrieg zum Jägermajor des Regiments befördert.

 

Königszug

Im Jahre 1954 machte Johann Lüttgen mit seiner Gattin Grete als Schützenkönig an der Spitze des Regiments, den Anfang von bisher acht Schützenkönigen aus den Reihen des II. Jägerzuges. 1966 folgte dann Peter Dross mit Königin Klärchen, 1970 Martin Fassbender mit Königin Marlene, 1975 Willi Engels mit Königin Paula, 1982 Hans Lüttgen mit Königin Marianne,  2002 Jörg Lüttgen mit Königin Dani, 2004 Peter Krahwinkel mit Königin Barbara, nachdem der Schützenkönig Peter Nickel und Königin Barbara erkrankt waren, übernahmen 2005 Peter Krahwinkel mit Königin Barbara noch mal die Königswürde. 2016 Hans Voigt mit Königin Elisabeth

Dies noch mal unter Schützenkönige und Fotos auf einer separaten Seite.

 

Ab 1954

Johann Lüttgen war es auch, der dem II. Jägerzug eine Standarte stiftet, die heute noch dem II. Jägerzug vorangetragen wird. Die Standarte wurde zum Schützenfestsonntag 1954, von Pfarrer Karl Frenken, geweiht und von den ersten Fahnenoffizieren Karl Krahwinkel, Toni Maar und Werner Kremer zum Schützenfest getragen. Seit dem Schützenfest 1954 marschiert der II. Jägerzug wieder in einem Marschblock, angeführt von Jakob Keller als Zugführer und Heinz Rommerskirchen sowie Peter Engels als 2. Offiziere. Der bis dahin amtierende Zugführer der zweiten Gruppe Johann Lüttgen, wurde 1955 zum Jägerhauptmann des Regiments befördert. Im Jahre 1975 übernahm Peter Engels die Zugführung von Jakob Keller, sein Bruder Willi Engels wurde 2. Offizier. Zur gleichen Zeit übernahm Jakob Keller als Jägerhauptmann das Jägercorps des Bürger-Schützenvereins Gustorf. Johann Lüttgen wurde 1970 zum Jägermajor des Jägercorps befördert, ihm zur Seite stand Peter Dross als Adjutant, ebenso Mitglied im II. Jägerzug, und führte das Corps. bis zu seinem Rücktritt im Jahre 1981. Ein weiteres Zugmitglied des II. Jägerzuges, nämlich Josef Bischof, befehligte von 1974 bis 1987 als Regiments Oberst das große Gustorfer Schützenregiment. Ihm zur Seite stand mit Ernst Gansen als Adjutant ebenfalls ein Mitglied des II. Jägerzuges.

 

So geht´s weiter

Seit einigen Jahren In den vergangenen Jahren erlebte der II. Jägerzug einen altersbedingten Umschwung, der bis heute anhält. Viele Zugkameraden nehmen nicht mehr aktiv an den Umzügen teil. Sehr erfreulich ist es, dass viele junge Leute den Weg in den II. Jägerzug fanden, bzw. finden. 1989 übernahm Willi Engels die Zugführung von seinem Bruder Peter Engels der dies nach 13 Jahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fortführen konnte. 1993 dann übernahm Hans Lüttgen die Zugführung, und führte den Zug 10 Jahre lang. Unter beiden Zugführern konnte der II. Jägerzug einen Zuwachs an Jugendlichen verzeichnen, der die Mitgliederzahl teilweise auf fast 50 Mann steigen ließ. 1995, nach 20 Jahren, Mutter der Kompanie, trat Willi Keller von seinem Amt als Spieß zurück, und wir legten es in die Hände von Hans Voigt, der dieses, nur bis im Jahre 2000 ausführen konnte. Als 1. Geschäftsführer des Bürger- Schützenvereins hatte Hans Voigt ein Amt übernommen, und hatte dadurch keine Zeit mehr als Mutter der Kompanie zu fungieren. 2001 bis einschließlich 2007 hatte Thomas Kahnt das Amt unserer Mutter der Kompanie übernommen. Im Jahre 1996 übergaben die Fahnenoffiziere Manfred Lewald, Hubert Maar und Werner Kremer die Standarte von 1954 an die neuen Fahnenoffiziere Jörg Lüttgen, Peter Krahwinkel und Jürgen Fassbender. 2004 übernahm dann Karl – Willi Krahwinkel die Zugführung von Hans Lüttgen, der dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen nach 10 Jahren nicht mehr ausführen konnte. Seit dem Jahre 2008, haben wir mit Thomas Hötger, einen jungen, engagierten Mann in die Verantwortung als Mutter der Kompanie gewählt, der dies für die Jahre erfolgreich Meistern wird. Ab 2004 trägt Thomas Lewald die Standarte dem Zug voran, aufgrund der Wahl von Peter Krahwinkel zum stellvertretenden Zugführer. Infolge des Austritts von Jürgen Fassbender aus beruflichen Gründen, haben wir einen neuen Fahnenoffizier gewählt, dies ist seit unserer Versammlung im November 2007, Frank Lüttgen. Leider erkrankte unser Zugführer Karl-Willi Krahwinkel sehr schwer und verstarb am 17. Juni 2008. Wir haben das Jahr so verlaufen lassen, und keinerlei Änderungen vorgenommen, dies erst im Oktober 2008 auf unserer Versammlung. Zum Schützenfest 2008 haben wir unsere Standarte von 1954, Generalüberholen lassen, Sie erstrahlt jetzt wieder in altem Glanze, als wenn die Zeit an Ihr vorübergegangen ist. Seit unserer Versammlung im Oktober 2008, führt nun Peter Krahwinkel als neuer Zugführer den II. Jägerzug an, als neuen zweiten Offizier haben wir Ihm Marcel Krahwinkel zu Seite gestellt. Nach dem Austritt unseres langjährigen Standartenträgers Thomas Lewald, aus persönlichen Gründen, haben wir auf unserer Versammlung, am 19. Juli 2014, Heinz-Werner Becker zu unserem neuen Standartenträger und Fahnenoffizier gewählt.

 

 

Der II. Jägerzug präsentiert sich heute als eine Zuggemeinschaft junger und jung gebliebener Kameraden, die die Werte und die Tradition des II. Jägerzuges bewahren und „In Treue fest“ lebendig halten.

 

Vereinslokale

Entsprechend dem Wahlspruch „In Treue fest“ verfährt der II. Jägerzug auch mit der Wahl der Vereinslokale. In der Vereinsgeschichte sind nicht mehr als vier Lokale bekannt, in denen die Versammlungen abgehalten und die Feste gefeiert wurden. Vereinslokale des II. Jägerzuges waren bislang die Gaststätten: – Pütz, am Bahnhof – Spenrath, ( bei Emma ) Hauptstraße jetzt Christian-Kropp-Straße – und Moskwa, Reisdorfer Straße.

 

Seit 1988 ist die Gaststätte Am Erftdom unser Vereinslokal, welche seit September 2015 nun Poseidon am Erftdom heißt. Hier finden wir für unsere Versammlungen und vor allem für die Feiern die optimalen Räumlichkeiten. Ein jährliches Highlight der Kameradschaftspflege ist der Fackelbau, der sicherlich noch viele Jahre weitergeführt wird. Seit einigen Jahren arbeiten wir hier eng mit dem 11. Jägerzug zusammen.